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Der Erlebnisbericht einer Zuschauerin:

Mord am Hochzeitsabend im Dattler

Als wir - meine Freundin Steffi begleitet mich - zum Stadtgarten gehen, ist es feucht und kalt – das richtige Wetter für einen Krimiabend! Die Bergbahn bringt uns mit teilweise unheimlichen Geräuschen auf den Schlossberg, an den Ort des Geschehens. Oben angekommen spickeln wir neugierig durchs Fenster des Restaurants, wo die Kellner letzte Hand anlegen. Alles ist festlich gedeckt. Silberne Armleuchter  auf jedem Tisch, hochzeitsmäßig!

Krimi-Dinner Freiburg DattlerZur Begrüßung bekommen wir ein Glas Sekt. Nur kurz aufs feine Klo, Lippenstift und auf die Plätze!  Wir sitzen gut. Am Tisch neun Damen und ein Herr. Dann ertönt der Hochzeitsmarsch von Mendelsohn-Bartholdy  und das Brautpaar erscheint inklusive Pfarrer (evangelisch, das ist wichtig!). Zunächst stellt der Bräutigam „seine“ Gäste vor. Wir sind übrigens der Tisch mit seinen Golffreunden. Links die Mitarbeiter seiner Firma und rechte Hand der Tisch mit seiner Familie,  unter anderem  „Onkel Roland“.
Nun ist die Braut an der Reihe: Sie tanzt eine paar Runden mit ihrem ehemaligen Flamenco-Tanzpartner und stellt den „Hochzeitsgästen“ ihre Familie und ihre Arbeitskollegen aus dem „Blue Angel“ vor (die Braut ist ehemalige Striptease-Tänzerin!).
Die Sache kommt richtig in Fahrt, als der  Bräutigam seinen Lieblingsdrink “Bloody Mary“ verlangt. Krimi-Dinner Freiburg DattlerUnd schon liegt da eine Leiche!  Denn bevor die  Braut dem Bräutigam den Drink bringen kann, hat der Koch  bereits davon probiert, und schon ist es um ihn geschehen. Sehr rasch kommt die Hochzeitsgesellschaft zu dem Schluss, dass eigentlich der Bräutigam gemeint war!  Und irgendwie sieht der Pfarrer die Braut immer so verliebt an! Ob der etwa ...?
Die Polizei wird gerufen, und während man auf sie wartet, kommt unser erster Gang: Seezungenroulade an grüner Sauce und Tatar von frischem Lachs auf Forellenkaviarsahne mit Feldsalat. Wir haben genügend Zeit, das zu genießen.

Dann ertönt wieder der Hochzeitsmarsch und das Brautpaar erscheint. Immer wieder  kommt es zu Vermutungen, Verdächtigungen. Die Hochzeitsgesellschaft  ist hin und her gerissen. Nein, der Pfarrer kann es unmöglich sein! Und während wir weiter rätseln, wird der zweite Gang serviert: Maiscremesuppe mit Croutons (genauso lecker).

Der Hochzeitsmarsch ertönt und das Brautpaar erscheint. Jetzt spielt ein Brief eine verdächtige Rolle und das Vorleben der Braut. Ob sie vielleicht....? Wir genießen erst mal wieder einen weiteren Gang: Rosa gebratene Entenbrust auf Cassisjus mit Gemüse vom Freiburger Markt und Kartoffelgratin.

Wieder Hochzeitsmarsch und die Verdächtigungen gehen weiter. Übrigens „Onkel Roland“ wird immer wieder um Rat gefragt. Der alte Herr ist ein Gast wie wir und schlägt sich nach anfänglicher begreiflicher Verlegenheit nun ganz tapfer.
Krimi-Dinner Freiburg DattlerJetzt erscheint endlich der überfällige Bruder des Bräutigams: Ein Rocker, leicht angetrunken, und voller Vorwürfe gegen den Bruder, der alles geerbt hat. Ob der vielleicht...?  Es kommt zwischen den beiden zu einer Prügelei, an der sich der Adoptivvater der Braut (übrigens auch ein Gast)  aktiv beteiligt. Sie tragen einen Verwundeten hinaus. Und wir genießen den letzten Gang: Blätterteigschnitte gefüllt mit Mousse von der Bourbon-Vanille, Ananas-Mangoragout und Passionsfruchtsorbet.

Das Hochzeitspaar erscheint und es gibt  weitere Verwicklungen. Bevor es zur Auflösung kommt, dürfen wir alle einen Tipp aufs Papier bringen.  Natürlich ist es der Unverdächtigste.  Und natürlich liegen wir falsch! „Onkel Roland“ darf dann den Gewinner auslosen, der ein Vier-Gänge-Menu mit Mord gewinnt. Wir sind es leider nicht!
           
Das war ein sehr  vergnüglicher Abend, so ganz nach meinem Geschmack. Und das in jeglicher Hinsicht! Ich danke  meinen Freundinnen sehr für das tolle und originelle Geschenk! Übrigens: Auf dem Heimweg diskutieren Steffi und ich heftig über den Mordfall und dabei schaut sie mich so komisch an! Ob sie vielleicht....?

Ruth Büchner

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